Der Film ihres Lebens!
Anton Leiss-Huber: Der Große UfA-Bluff
Roman nach einer wahren Begebenheit
Mit seinem ersten historischen Roman »Der großen UfA-Bluff« nimmt uns der Schriftsteller und Hörspielautor Anton Leiss-Huber mit auf eine Zeitreise in das Jahr 1945.
Während die Propagandamaschinerie weiter vom baldigen Endsieg spricht, haben Volk und Armee den Glauben daran längst verloren. Bevor die Sowjets Berlin einnehmen, plant die SS eine Nacht der langen Messer. Unbequeme Künstler, Abweichler und deren Familien stehen auf einer Todesliste.
Eberhard Schmidt, Produktionsleiter der UfA, schmiedet einen kühnen Plan: Da der deutsche Endsieg bevorstehe, sollen als Beweis für den Glauben daran weiter deutsche Filme hergestellt werden. Für die Aufnahmen wollen sie nach Tirol, da Berlin zu unsicher ist.
Lisa und Luis arbeiten für die UfA in Babelsberg, als Schmidt sie wegen seines Plans anspricht. Gemeinsam nehmen sie den gefährlichen Weg auf sich. Schmidts Team versucht, den Schein der Dreharbeiten vor den Einheimischen zu wahren, doch mehrmals drohen sie durch Unvorsichtigkeit aufzufliegen. Sie haben nicht einmal Filmmaterial bei sich. Können sie ihren Bluff aufrechterhalten, bis der Krieg vorbei ist?
Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt Anton Leiss-Huber eine packende Geschichte von Überlebenskampf, Liebe und Widerstand. »Der große UfA-Bluff« wurde mit dem Förderstipendium Literatur des Freistaats Bayern 2022 ausgezeichnet.
Der Autor
Anton Leiss-Huber wurde im oberbayerischen Altötting geboren. Er ist studierter Opernsänger und Schauspieler. Einem breiten Publikum wurde er in den letzten Jahren vor allem durch seine Auftritte im deutschen Fernsehen bekannt. Man kennt ihn aus der Musiksendung des BR-Fernsehens »Brettl-Spitzen«, der bayerischen Kultserie »Im Schleudergang«,verschiedenen Dokumentationen und unter-schiedlichen Radiosendungen auf BR-Heimat. Seit 2015 schreibt er die Krimi-Serie über den jungen Oberkommissar Max Kramer und dessen Ex-Freundin, die Novizin Maria Evita, Handlungsort ist dabei seine Geburtsstadt Altötting. »Der große Ufa-Bluff ist sein erster historischer Roman, für den er mit dem Förderstipendium Literatur des Freistaats Bayern 2022 ausgezeichnet wurde.
6 Fragen an den Autor
Anton, Du bist Opernsänger und Schauspieler. Das Publikum kennt Dich auch aus der Musiksendung »Brettl-Spitzen« und der Kultserie »Im Schleudergang«. Seit einigen Jahres bist Du auch Buchautor? Wie kamst Du zum Schreiben?
In meinem Anfänger-Engagement als Tenor an einem deutschen Theater bin ich leider so krank geworden, dass mir mein Arzt eine sechswöchige Bettruhe verordnete. Ich lag in meinem WG-Zimmer sah zwei Tage Fernsehen, starrte meine Decke an und begann aus Langeweile, meinen ersten Roman „Gnadenort“ zu schreiben. Den legte ich wieder gesundet meinem Vater zu seinem 70. Geburtstag aufs Kopfkissen. Dass diesen dann ein Verlag kaufen würde, daran habe ich in dieser Situation noch gar nicht gedacht.
Nach Deiner Krimi-Serie über den Oberkommissar Max Kramer erscheint nun Dein erster historischer Roman. Mit dem »Großen UfA-Bluff« nimmst Du uns mit auf eine Zeitreise in das Jahr 1945. Was interessiert Dich an dieser Zeit?
Als Künstler frage ich mich natürlich: „Wie hätte ich in dieser Zeit gehandelt?“ Wäre ich gegen die Nazis aufgestanden, hätte ich das Land verlassen, die innere Emigration gewählt oder stillschweigend alles abgenickt, um weiter arbeiten zu können.
Basierend auf einer wahren Geschichte erzählst Du uns von einer UfA-Crew, die eine Filmproduktion fingiert, um der Gestapo zu entkommen. Wie bist Du auf diese Geschichte gestoßen? Was fasziniert Dich an dieser Geschichte?
Tatsächlich durch das Fernsehen. Im ARD Zweiteiler „Kästner und der kleine Dienstag“ gibt es in der letzten Minute eine Anspielung auf den großen UfA-Bluff. Ich bin sofort hellhörig geworden! Umgehend begann ich mit der Recherche, was es damit auf sich haben könnte und ob es sich wirklich um eine wahre Geschichte handelt. Ich bin fündig geworden und war „on fire“. Eine unfassbar spannenden und dreiste Geschichte, was Menschen auf sich nehmen, um zu überleben!
Du stellt Deinem Roman das Zitat von Erich Kästner aus Notabene 45 voran „Der Zweck heiligt die Mittel. Auch die Schlafmittel.“ Welche Rolle spielt Kästner in Deinem Roman?
Kästner taucht nur am Rande auf. Aber seine Tagebücher, die er unter dem Titel „Notabene 45“ herausgegeben hat, waren meine wichtigste Recherchequelle. Darin beschreibt er detailliert, wie es sich damals abgespielt hat. Dieses Täuschungsmanöver hat nicht nur ihm das Leben gerettet.
Neben Erich Kästner tauchen weitere historische Figuren, wie Eberhard Schmidt der UfA-Produktionsleiter und Organisator des Bluffs, Elisabeth Flickenschild, Gustaf Gründgens, Joseph Goebbels und Joachim von Ribbentrop, in Deinem Roman auf. Welche Herausforderung war es für Dich, die fiktive Erzählung mit den realen Ereignissen zu verbinden? Wie bist Du bei der Recherche vorgegangen?
Die größte Herausforderung war, mich durch die brechreizerregnden Reden Joseph Goebbels zu quälen. Selten so einen Schwachsinn gelesen! Aber für die Schilderung der Zeit und auch mein Verständnis für diese war es unerlässlich. Ich habe Biografien der beschriebenen historischen Persönlichkeiten gewältzt und sofern auf youtube oder im Archiv erhältlich Interviews mit diesen angesehen. Meinen größten Spaß hatte ich mit den Auftritten von Marika Rökk im deutschen Fernsehen, sie taucht nämlich ebenfalls in Mayrhofen auf und geht meinen Protagonisten gehörig auf die Nerven. Das ist leider auch wahr.
Was werden wir als nächstes vom Autor Anton Leiss-Huber lesen?
Natürlich meine wöchentliche „Monaco-Glosse“ in der Münchner Abendzeitung. Gerade schreibe ich über meine Midlife-Crisis und meine grillenden Nachbarn. Und literarisch habe ich einen neuen Krimi aus München und einen Thriller aus dem Berlin der 50er Jahre in der Pipeline. Der Thriller befasst sich wieder mit einer wahren Begebenheit.
©Johann Bentele